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Mecklenburg

Sehenswürdigkeiten in Mecklenburg

Sehenswürdigkeiten, Sagen & Kultur – die Stopps, die eine Tour erst rund machen.

Kultur & Sagen

Sagen & Legenden um Seen, Schlösser und Küste

Mecklenburg ist ein altes Land mit einer dichten Überlieferung an Sagen rund um Schlösser, Seen und Moore. Viele dieser Geschichten hängen an konkreten Orten, an denen man auf einer Tagestour ohnehin vorbeikommt.

Das Petermännchen von Schwerin

Der berühmteste Schlossgeist der Region ist das Petermännchen im Schloss Schwerin. Der Sage nach haust in den Kellergewölben und auf den Dachböden ein kleiner, zwergenhafter Hausgeist — gutmütig gegenüber den Ehrlichen, streng gegenüber Dieben. Erschöpfte Wachsoldaten, die im Dienst eingeschlafen waren, soll er geweckt haben, um sie vor Strafe zu bewahren; Diebe dagegen plagte er mit nächtlichem Spuk. Sogar der Feldherr Wallenstein sei dem Geist nicht gewachsen gewesen: Als er Schwerin zur Residenz machen wollte, habe ihn das Petermännchen der Überlieferung nach so behelligt, dass er sich lieber in Güstrow niederließ.

Geister und Spuk auf der Müritz

Über der großen Müritz erzählt man sich von einem geisterhaften Schiff, das vor langer Zeit in einem schweren Sturm mit seiner Mannschaft untergegangen sein soll. In nebligen Nächten oder bei Vollmond will man es immer wieder gesehen haben. Solche Seegeister-Geschichten passen zu einem Gewässer, das so groß ist, dass das gegenüberliegende Ufer bei Dunst verschwindet und sich Wellen wie auf einem echten Meer aufbauen.

Versunkene Schlösser und Dörfer

Wie in vielen seenreichen Gegenden Norddeutschlands kennt auch die mecklenburgische Sagenwelt das Motiv des versunkenen Schlosses. Der Überlieferung nach sollen in einzelnen Seen ganze Anwesen oder Ortschaften in der Tiefe ruhen, deren Glocken man in stillen Nächten noch läuten höre. Belegbare Bauwerke verbergen sich darunter nicht — es ist eine Sage, die das Geheimnisvolle der dunklen, oft sehr tiefen Seen einfängt, wie sie etwa die Feldberger Gewässer mit ihrem klaren, schwarzen Wasser bieten.

Hexen und Zauberer in Wald und Moor

Die Wälder und Moore rund um die Müritz waren der Überlieferung nach Schauplatz von Geschichten über Hexen und Zauberer. Eine besonders sagenumwobene Stelle ist eine knorrige alte Hexenbuche mit bizarr verformten Ästen, an der sich Hexen versammelt haben sollen. Solche Erzählungen leben von der Abgeschiedenheit der weiten Wald- und Moorflächen.

Sehenswert

Natur-Stopps zwischen Seenplatte und Ostseeküste

Abseits der Hauptachsen führen die Straßen durch eines der seenreichsten und am dünnsten besiedelten Gebiete Deutschlands. Die Natur ist hier nicht Beiwerk der Strecke, sondern das, wofür man die Strecke fährt.

Müritz-Nationalpark

Der Müritz-Nationalpark ist das größte zusammenhängende Schutzgebiet Mecklenburg-Vorpommerns. Er besteht aus zwei getrennten Teilen — einem großen Bereich östlich der Müritz und einem kleineren bei Serrahn, der zum UNESCO-Welterbe der alten Buchenwälder gehört. Im Park brüten heute rund 15 Paare des Seeadlers, dessen Spannweite bis zu 2,50 Meter reicht; über den offenen Wasserflächen ist er mit etwas Geduld regelmäßig zu sehen. Durch den Kernbereich führen keine Durchgangsstraßen, gefahren wird außen herum, gewandert oder geradelt wird hinein. Ein guter Zustieg ist Federow mit seiner Info-Stelle.

Kranichzug

Im Herbst wird der Nationalpark zur Bühne des Kranichzugs: Zwischen Anfang September und Mitte Oktober rasten Tausende Kraniche in der Region, an Spitzentagen wurden im Park bis zu rund 7.700 Tiere gezählt. Ein bekannter Schlafplatz ist der Rederangsee bei Federow. Wer im September oder Oktober unterwegs ist, sollte die Abendstunden einplanen — das Einfallen der Kraniche, die in langen Ketten trompetend zu ihren Schlafplätzen ziehen, ist ein Naturschauspiel mit ausgewiesenen Beobachtungsplattformen.

Mecklenburgische Seenplatte

Die Mecklenburgische Seenplatte gilt als das größte zusammenhängende Seengebiet Mitteleuropas; im Volksmund ist von „tausend Seen" die Rede. Rund um Mirow und Wesenberg liegt die Kleinseenplatte, ein Geflecht aus kleinen, durch Wälder getrennten Gewässern und schmalen Alleen — auf dem Motorrad ein Genuss abseits des Durchgangsverkehrs. In Mirow lohnt das Schloss auf der Schlossinsel als kurzer Stopp.

Naturpark Mecklenburgische Schweiz und weitere Schutzgebiete

Der Naturpark Mecklenburgische Schweiz und Kummerower See erstreckt sich zwischen Dargun, Demmin, Teterow, Malchin und Waren. Hier mäandert die Peene, ein langsam fließender Wiesenfluss, durch eines der größten Niedermoorgebiete Deutschlands, in dem Biber und Seeadler leben — wegen ihrer ursprünglichen Aue „Amazonas des Nordens" genannt. Weiter westlich liegt mit der Nossentiner/Schwinzer Heide ein weiterer großer Naturpark mit Kiefernwäldern, Heideflächen und kleinen Seen — wie die Feldberger Seenlandschaft ein Revier für ruhige Nebenstrecken.

Pausenplätze

Pausenplätze gibt es an fast jedem See: Badestellen, Hafenpromenaden und Anleger, dazu in den kleinen Orten Fischlokale mit geräuchertem Fang aus dem eigenen Gewässer. Auf den langen Alleenabschnitten dazwischen liegen oft kilometerweit weder Ort noch Einkehr – die Pausen gehören in die Planung.

Seenplatte und Mecklenburgische Schweiz: zwei Reviere mit unterschiedlichem Takt

Mecklenburg wird gern als ein einziges Fahrgebiet verhandelt, zerfällt auf dem Motorrad aber in zwei, die wenig gemeinsam haben. In der Seenplatte zwischen Plau, Waren, Mirow und Neustrelitz liegt die Streckenführung fest, bevor der erste Meter Asphalt gebaut wurde: Wasser und Moor lassen nur bestimmte Trassen zu, deshalb laufen die Straßen in langen, flachen Bögen an den Ufern entlang, queren Engstellen zwischen zwei Seen und ziehen dann kilometerweit schnurgerade durch Kiefernforst. Was dieses Revier trägt, sind Rhythmus und Sicht, nicht der Kurvenradius: Man fährt lange gleichmäßig und sieht weit voraus.

Weite Felder mit Strohballen unter großem Himmel
Weite Felder mit Strohballen unter großem Himmel

Die Mecklenburgische Schweiz zwischen Teterow, Malchin, Dargun und dem Kummerower See ist das Gegenteil. Endmoränenzüge liegen quer zur Fahrtrichtung, die Höhenunterschiede bleiben zweistellig, fallen aber auf wenige hundert Meter Strecke. Das ergibt kurze Rampen, Kuppen, hinter denen die Straße abknickt, und deutlich engere Radien als im Süden. Der Nachteil: Das Gebiet ist klein. Wer es systematisch abfährt, hat den Kurvenanteil an einem halben Tag ausgeschöpft.

Für die Planung heißt das: Die Schweiz als Kern einer Tagestour setzen, die Seenplatte als Verbindung und als Landschaftsprogramm dazwischen. Umgekehrt — Seenplatte als Kurvenrevier — geht die Rechnung nicht auf. Wer den ganzen Tag Schräglage sucht, ist hier falsch; wer eine Tour mit wenig Verkehr, kurzen Ortsdurchfahrten und stündlich wechselnder Umgebung will, ist richtig.

Alleen und Alleenrecht: geschützte Bäume, schmale Fahrbahn

Die Alleen sind kein Zufall und kein Restbestand, sondern geltendes Recht. Mecklenburg-Vorpommern hat den Schutz der Alleen in die Landesverfassung aufgenommen und im Naturschutzrecht des Landes ausgeführt. Fällungen brauchen eine Genehmigung, und wo gefällt wird, ist in aller Regel Ersatz zu pflanzen. Praktisch bedeutet das: Nach einem tödlichen Baumunfall verschwindet die Baumreihe nicht. Sie bleibt stehen, allenfalls kommt punktuell Schutzplanke dazu oder das Tempo wird herabgesetzt.

Fahrtechnisch ist die Allee die anspruchsvollste Standardsituation der Region, und zwar aus drei Gründen gleichzeitig. Erstens fehlt der Auslauf: Die Stämme stehen an der Fahrbahnkante, das Bankett ist oft weich und abgesackt. Ein Ausweichmanöver, das anderswo im Feld endet, endet hier am Holz. Zweitens ist die Fahrbahn schmal. Begegnet man einem Traktorgespann oder einem überbreiten Anhänger, bleibt kein sauberer Streifen übrig — Tempo raus, rechts halten, notfalls anhalten, statt aufs Bankett zu ziehen. Drittens arbeitet das Licht gegen den Fahrer: Bei tiefstehender Sonne wechselt die Fahrbahn im Sekundentakt zwischen grell und dunkel, und in genau diesem Flimmern liegen Ausbrüche, Wurzelbeulen und Flickstellen unsichtbar.

Daraus folgt eine simple Regel für den Alleenanteil einer Tour, und der ist hier hoch: eine Nummer weiter außen am eigenen Limit fahren als auf freier Landstraße, den Sicherheitsabstand zum Vordermann vergrößern, weil die Sicht durch die Stämme nach vorn seitlich versperrt ist, und Überholvorgänge auf Abschnitte legen, die man vollständig einsehen kann. Bei Nässe kommt Laub- und Blütenauflage unter den Kronen dazu, die deutlich später abtrocknet als der freie Rest der Strecke.

Kopfsteinpflaster: Streckenkilometer, die doppelt zählen

Kaum eine andere deutsche Region hat noch so viel historisches Pflaster im aktiven Straßennetz. Es liegt auf Gutszufahrten, in Ortskernen, auf ganzen Abschnitten von Kreisstraßen und teilweise als lange Alleenstrecke am Stück. Es ist nicht der gleichmäßige Kleinsteinbelag aus der Stadt, sondern grobes Feldsteinpflaster mit gewölbtem Querschnitt, ausgefahrenen Spurrinnen an den Rändern und offenen Fugen.

Auf dem Motorrad bedeutet das drei Dinge. Es kostet Zeit: Ein Pflasterabschnitt wird mit einem Bruchteil der sonst üblichen Geschwindigkeit gefahren, und wer ihn in der Zeitrechnung wie Asphalt ansetzt, kommt am Tagesende deutlich zu spät an. Es kostet Substanz: Die Schläge gehen ins Fahrwerk, ins Gepäck und in die Handgelenke, was auf einer Wochentour spürbar zusammenkommt, besonders mit straff abgestimmtem Sportfahrwerk oder voll beladenem Topcase. Und es kostet Grip: Nasse, abgefahrene Feldsteine mit Moos in den Fugen sind der rutschigste Belag, der einem in Mecklenburg begegnet — beim Bremsen genauso wie beim Anfahren aus dem Stand an einer Kreuzung im Ortskern.

Die Technik dagegen ist bekannt und funktioniert: aufrecht bleiben, Schräglage möglichst vermeiden, Belastung auf die Fußrasten verlagern, gleichmäßig Zug am Gasgriff halten und nicht in der Kurve bremsen. Der kritische Punkt ist der Belagwechsel selbst, wo Asphalt ohne Ankündigung in Pflaster übergeht, oft genau am Ortseingang hinter einer Kurve. Wer das kennt, geht vorher vom Gas.

Löcher im Netz: Sperrflächen, Seen und die Umwegrechnung

Mecklenburg hat wenig Straße auf viel Fläche. Das ist der Grund für die Ruhe auf den Nebenstrecken — und der Grund, warum Tourenplanung hier anders funktioniert als in dicht erschlossenen Regionen.

Der Müritz-Nationalpark als Sperrfläche

Östlich der Müritz liegt ein Gebiet, das auf der Karte nach Erschließung aussieht und keine ist. Durch die Kernzonen des Müritz-Nationalparks führen keine für Kraftfahrzeuge freigegebenen Verbindungen. Was dort als Weg eingezeichnet ist, sind Wald- und Wirtschaftswege, die für Wanderer, Radfahrer und den Nationalparkbetrieb offen sind, für Motorräder aber nicht — häufig mit Schranke, immer mit Beschilderung. Wer sich auf ein Navi verlässt, das Wirtschaftswege als Route anbietet, steht irgendwann vor einem Sperrpfosten und fährt dieselbe Strecke zurück. Der Park wird von außen umfahren, und genau diese Randstrecken sind fahrerisch das Beste am Gebiet. Die zweite, kleinere Teilfläche bei Serrahn östlich von Neustrelitz verhält sich genauso.

Umwege einplanen statt Durchschnitt hochrechnen

Dazu kommt das Wasser. Große Seen haben wenige Querungen, manchmal gar keine; Straßen enden an Badestellen, Anlegern und Sackgassendörfern. Zwischen zwei Punkten, die in der Luftlinie zehn Kilometer auseinanderliegen, können auf der Straße gut dreißig stehen. Wer sich auf eine Etappe festlegt und unterwegs abkürzen will, findet meist keine Abkürzung. Realistisch sind auf Tagesrunden in diesem Revier deutlich niedrigere Schnitte als die Streckenlänge vermuten lässt — Alleen, Pflaster, Ortsdurchfahrten und Umwege summieren sich. Wer 250 Kilometer plant und 250 Kilometer Landstraßentempo einrechnet, verplant den Tag.

Wo das Binnenland endet und die Küste anfängt

Mecklenburg reicht bis an die Ostsee, aber der Küstenstreifen ist ein eigenes Revier mit eigenen Regeln, und die Grenze ist auf dem Motorrad deutlich spürbar. Nördlich der Linie Wismar–Güstrow–Neubrandenburg nimmt der Verkehr zu, die Ortsdurchfahrten werden länger, Parken wird bewirtschaftet, und in der Hauptsaison stehen die Zufahrten zu den Seebädern. Der Wind ist der zweite Unterschied: Auf den offenen Abschnitten zwischen Feld und Bucht kommt Seitenwind mit einer Konstanz, die im Binnenland fehlt und die mit Koffern und hoher Scheibe Kraft kostet.

Dafür bietet die Küstenseite, was das Binnenland nicht hat: die Stichstrecken nach Norden auf die Steilküste, Häfen als Pausenziel und Fernsicht über Wasser. Sinnvoll kombiniert man beides nicht am selben Tag. Küste und Seenplatte sind zwei getrennte Tagesprogramme, weil zwischen ihnen ein breiter Streifen Agrarland liegt, der ohne Autobahn nur langsam zu queren ist und fahrerisch am wenigsten hergibt. Wer eine Woche im Binnenland verbringt, plant die Ostsee als eigene Etappe mit früher Abfahrt — oder lässt sie ganz weg und fährt stattdessen die Seenkette im Süden aus, die auf gleicher Distanz mehr Abwechslung liefert.

Schlösser, Seen und Kleinstädte: die Ziele in Mecklenburg

Mecklenburg verteilt seine Höhepunkte über die ganze Fläche, und fast alle lassen sich gut in eine Tagesrunde einbauen, weil sie an Seen, in kleinen Städten oder an den klassischen Alleenstraßen liegen. Die meisten Ziele sind kompakt und haben Parkplätze in Laufweite — ideal für einen kurzen Stopp zwischen zwei Etappen.

Schloss Schwerin

Das wohl bekannteste Bauwerk der Region ist das Schloss Schwerin, das auf einer Insel im Schweriner See liegt und durch seine vielen Türme, Kuppeln und Erker oft als „Märchenschloss" oder „Neuschwanstein des Nordens" bezeichnet wird. Es ist Sitz des Landtags von Mecklenburg-Vorpommern und beherbergt das Schlossmuseum mit den Wohnräumen der Großherzöge und dem prunkvollen Thronsaal. Das Museum ist in der Hauptsaison (etwa Mitte April bis Mitte Oktober) Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet, im Winterhalbjahr von 10 bis 17 Uhr und montags geschlossen; der Schlossgarten ist ganzjährig frei zugänglich. Parken kann man am Alten Garten oder in den zentralen Parkhäusern (Schlosspark-Center, Marienplatz-Galerie) in etwa 500 Metern Entfernung. Schwerin ist kompakt genug, um Dom und Pfaffenteich nebenbei mitzunehmen.

Müritz und Waren

Die Müritz ist mit rund 110 Quadratkilometern der größte vollständig in Deutschland liegende See und wird gern das „Kleine Meer" genannt. Das Tor zur Region ist Waren (Müritz), eine lebendige Hafenstadt am Nordufer mit Altstadt, Promenade und dem nahen Müritzeum. Die Uferstraßen und Alleen ringsum gehören zu den lohnendsten Motorradstrecken im Binnenland. Parken lässt sich am Stadthafen am Rande der historischen Altstadt; zentrumsnahe Alternativen sind die Straße „Zum Amtsbrink", die Müritzstraße und das Parkdeck des Altstadtcenters. Die Altstadt mit Markt und Kirchen ist klein genug für einen entspannten Rundgang.

Röbel an der Müritz

Am Westufer der Müritz liegt das beschauliche Röbel, eine Kleinstadt mit Ringgassen-Altstadt und buntem Fachwerk. Mittelpunkt ist die frühgotische St.-Nicolai-Kirche am Markt, ein Backsteinbau aus dem 13. Jahrhundert, dessen weithin sichtbarer Turm die Stadtsilhouette prägt und gegen eine kleine Gebühr bestiegen werden kann — von oben reicht der Blick bei klarem Wetter weit über die Müritz. Die Hafenpromenade mit Fischimbissen ist ein klassischer Pausenort, die Altstadt mit Rathaus und farbigen Fachwerkhäusern lässt sich gut zu Fuß erkunden.

Mecklenburgische Schweiz und Burg Schlitz

Die Mecklenburgische Schweiz zwischen Teterow, Malchin und Waren ist das hügeligste Stück der Region — wobei „hügelig" hier sanfte Erhebungen meint. Der Name geht der Überlieferung nach auf den Kronprinzen Georg von Mecklenburg-Strelitz zurück, der ihn 1811 bei der Grundsteinlegung von Burg Schlitz geprägt haben soll. Burg Schlitz selbst, im Ortsteil Hohen Demzin an der B108 zwischen Teterow und Waren gelegen, ist die größte klassizistische Schlossanlage Mecklenburgs, errichtet im frühen 19. Jahrhundert durch Hans Graf von Schlitz. Der rund 180 Hektar große englische Landschaftspark wurde vom Bauherrn selbst entworfen und mit etwa 36 Denkmälern — Obelisken, Säulen, Grotten — sowie der neogotischen Karolinenkapelle ausgestattet. Der Park ist frei zugänglich und ein schöner Spaziergang nach kurviger Anfahrt; das Schloss ist heute ein Fünf-Sterne-Hotel mit Gourmetrestaurant.

Schloss Ludwigslust

Im Südwesten lohnt das Schloss Ludwigslust, ein klassizistischer Dreiflügelbau, der zwischen 1772 und 1776 für Herzog Friedrich nach Plänen von Johann Joachim Busch entstand. Bemerkenswert sind der Goldene Saal, die Gemäldegalerie und die berühmten Ludwigsluster Papiermaché-Dekorationen, mit denen aus Kostengründen kunstvoll Stein und Stuck imitiert wurden. Das Schlossmuseum ist saisonabhängig geöffnet — in den Sommermonaten täglich, in der Nebensaison nur am Wochenende. Der weitläufige Schlosspark verbindet barocke Wasseranlagen mit einem englischen Landschaftsgarten und zählt zu den größten Parks Mecklenburgs; er ist ganzjährig zugänglich, einzelne Bereiche können zeitweise gesperrt sein. Ludwigslust trug seiner Pracht wegen lange den Beinamen „Versailles des Nordens".

Güstrow

Güstrow im Herzen Mecklenburgs ist die Barlachstadt. Das Schloss Güstrow gilt als einer der bedeutendsten Renaissancebauten Norddeutschlands, errichtet zwischen 1558 und 1588 nach Entwürfen von Franz Parr und Ulrich Brandin. Hinweis für die Planung: Das Schloss ist wegen umfassender Baumaßnahmen geschlossen, eine Wiedereröffnung wird erst gegen Ende des Jahrzehnts erwartet; der Schlossgarten bleibt frei zugänglich. Unabhängig davon ist der Güstrower Dom zu besichtigen, der mit dem „Schwebenden" eine der berühmtesten Plastiken von Ernst Barlach beherbergt, der fast drei Jahrzehnte in Güstrow lebte. Weitere Barlach-Orte sind die Gertrudenkapelle und das Atelierhaus der Ernst-Barlach-Stiftung, beide montags geschlossen, sonst etwa 10 bis 16/17 Uhr. Die liebevoll restaurierte Fachwerk- und Backstein-Altstadt mit dem klassizistischen Rathaus lässt sich gut zu Fuß erkunden, geparkt wird am Rand des Zentrums.

Plau am See

Am Westende der Seenplatte liegt Plau am See, eine Fischer- und Flößerstadt mit Fachwerk-Altstadt an der Müritz-Elde-Wasserstraße. Sehenswert sind der vollständig erhaltene Burgturm von 1449 mit drei Meter dicken Mauern und einem elf Meter tiefen Verlies — auf dem Burghof gibt es ein kleines technisches Museum — sowie die stählerne Hubbrücke von 1916 mitten im Ort, die für größere Schiffe um rund 1,60 Meter angehoben wird und im Volksmund „das blaue Wunder von Plau" heißt. Die Eldepromenade lädt zur Pause ein. Kostenfrei parkt man an der Ecke B103/Quetziner Straße; die übrigen zentrumsnahen Plätze sind gebührenpflichtig.

Burg Stargard

Südlich von Neubrandenburg thront die Höhenburg Stargard, das älteste weltliche Bauwerk Mecklenburg-Vorpommerns und die einzige erhaltene mittelalterliche Höhenburg Norddeutschlands, im 13. Jahrhundert aus rotem Backstein errichtet. Heute beherbergt die Anlage ein Museum, einen Kräutergarten, einen Burggasthof und eine Aussichtsplattform in rund 27 Metern Höhe; von März bis Oktober gibt es nachmittags öffentliche Burgführungen. Die Anfahrt über die sanften Hügel des Stargarder Landes gehört zu den abwechslungsreicheren Strecken der Region.

Neustrelitz

Im Süden der Kleinseenplatte lohnt die ehemalige Residenzstadt Neustrelitz am Zierker See. Sie wurde ab 1733 als spätbarocke Planstadt nach dem Vorbild einer italienischen Idealstadt angelegt: ein achtstrahliger Straßenstern, der vom quadratischen Markt ausgeht — ein Grundriss, den in dieser Konsequenz kaum eine zweite deutsche Stadt hat. Erhalten ist der malerische Schlossgarten mit Skulpturen, Brunnen und altem Baumbestand sowie Bauten wie der neogotischen Schlosskirche, der klassizistischen Orangerie und dem Tempel der Hebe. Die strenge Geometrie der Stadt ist schon beim Durchfahren spürbar.

Feldberger Seenlandschaft

Ganz im Südosten, an der Grenze zur Uckermark, liegt die Feldberger Seenlandschaft mit klaren, teils sehr tiefen Seen und ausgedehnten Buchenwäldern. Der nahe Ort Feldberg ist mit dem Hans-Fallada-Haus auch literarisch interessant. In der Umgebung reihen sich Gutshäuser, Feldsteinkirchen und kleine Dörfer, über schmale Alleen verbunden — ein ruhiges, oft fast verkehrsfreies Revier.

Gutshäuser und Backsteinkirchen als Etappenziele

Der Landstrich zwischen Schweriner See, Güstrow und der Seenplatte ist die dichteste Gutshauslandschaft Deutschlands. Das prägt die Strecke direkt: Zu jedem Gut gehört eine Zufahrt, meist eine kurze Allee, oft mit Pflaster, und dahinter ein Ensemble aus Herrenhaus, Park, Stallanlagen und Feldsteinscheune. Als Fahrziel taugen diese Anlagen, weil sie über das ganze Gebiet verteilt liegen und sich beliebig aneinanderreihen lassen — eine Tagestour lässt sich rein über Gutsdörfer bauen, ohne eine Hauptstraße zu benutzen.

Wichtig ist der Rechtsstatus. Ein Teil der Häuser ist nach 1990 saniert worden und wird heute als Hotel, Café oder Veranstaltungsort betrieben, ein anderer Teil ist rein privat bewohnt, ein dritter steht als gesicherte oder ungesicherte Ruine. Hofflächen und Parks sind häufig Privatgrund. Heißt: von der Straße aus ansehen, nicht auf den Hof fahren, und bei bewohnten Anwesen keine Motoren vor dem Portal laufen lassen.

Das zweite bauliche Thema ist die Backsteingotik. Sie ist in Mecklenburg nicht auf die großen Stadtkirchen beschränkt, sondern steht in fast jedem größeren Dorf: Feldsteinsockel, darüber Backstein, oft mit gedrungenem Westturm und Fachwerkaufsatz. Diese Dorfkirchen sind die verlässlichsten Orientierungspunkte im Gelände, sie tauchen kilometerweit vorher über der Baumreihe auf und markieren die nächste Ortsdurchfahrt, bevor das Ortsschild kommt. Für eine Route ist das brauchbarer als jede Sehenswürdigkeitenliste — man fährt von Turm zu Turm.

Backstein und Barlach: was bei Regen offen hat

Mecklenburg ist Backsteinland. Wo es im Mittelalter keinen Naturstein gab, baute man aus gebranntem Ton — daraus entstand die norddeutsche Backsteingotik. Bei Regen oder kühlem Wind sind die Kirchen, Schlösser und Museen der Region die ideale, überdachte Alternative zum Fahren.

Hansestadt Wismar

Die Altstadt der Hansestadt Wismar wurde 2002 gemeinsam mit Stralsund in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Sie liegt an der Ostsee, ist aus dem Binnenland ohne Umweg zu erreichen und lohnt den Stopp allein wegen der Bausubstanz. Die Stadtsilhouette wird von drei mächtigen Backsteinkirchen geprägt — St. Georgen, St. Marien und St. Nikolai; St. Georgen wurde nach schweren Kriegsschäden bis 2010 wiederaufgebaut. Dazu kommen der große Marktplatz mit Rathaus, die Wasserkunst und das Bürgerhaus „Alter Schwede“ aus der Zeit der schwedischen Krone. Der mittelalterliche Grundriss der Altstadt ist bis heute vollständig ablesbar – das war der Grund für die Aufnahme ins Welterbe.

Die Schlösser als Regenziel

Die großen Schlösser der Region — Schwerin, Güstrow und Ludwigslust — sind mit ihren Museumsräumen die naheliegendsten Regenziele; Öffnungszeiten und Zugangshinweise stehen weiter oben bei den Sehenswürdigkeiten. In Güstrow ist zu beachten, dass Schloss und Dauerausstellung wegen Bauarbeiten geschlossen bleiben, Dom und Barlach-Orte aber geöffnet sind.

Müritzeum in Waren

Für die Seenplatte ist das Müritzeum in Waren (Müritz) die naheliegende Schlechtwetter-Adresse. Das Naturerlebniszentrum zeigt die Tier- und Pflanzenwelt rund um die Müritz, darunter große Aquarien mit heimischen Süßwasserfischen. Es ist von April bis Oktober täglich von 10 bis 19 Uhr geöffnet, im Winterhalbjahr bis 18 Uhr, eignet sich für Familien und ist komplett überdacht. Direkt am Haus gibt es einen eigenen Parkplatz.

Landschafts-Highlights, die du mit dem Motorrad erreichst

Schweriner Schloss auf der Schlossinsel

Die Fünfflügelanlage im Schweriner See wurde am 27. Juli 2024 als Teil des "Residenzensembles Schwerin" in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Baubeginn 1560 unter Herzog Johann Albrecht I., vollendet 1857 im Stil der Neorenaissance; heute Sitz des Landtags von Mecklenburg-Vorpommern und Museum.

Anfahrt
Über die B 104 oder B 106 nach Schwerin, dann Richtung Alter Garten / Lennéstraße. Von Norden führt die B 104 auf dem Paulsdamm mitten durch den Schweriner See — der schönste Anfahrtsweg.
Motorrad-Parken
Am praktikabelsten in der Innenstadt rund um den Alten Garten abstellen und die letzten Meter über die Schlossbrücke laufen. Im Umfeld viel Kopfsteinpflaster, auf weichem Untergrund Seitenständerteller einplanen.
Öffnungszeiten
Schlossmuseum 15. April bis 14. Oktober Di–So 10–18 Uhr, 15. Oktober bis 14. April Di–So 10–17 Uhr, montags geschlossen, letzter Einlass 30 Minuten vor Schluss. Schlossgarten ganzjährig frei zugänglich.

Doberaner Münster, Bad Doberan

Zisterzienserkirche der norddeutschen Backsteingotik, ab etwa 1280 errichtet und am 3. Juni 1368 geweiht. Das Mittelschiff misst 26 Meter Höhe bei 11 Metern Breite; einen Westturm gibt es dem Ordensideal entsprechend nicht. Station der Europäischen Route der Backsteingotik.

Anfahrt
Direkt an der B 105 zwischen Wismar und Rostock, im Ortskern von Bad Doberan, Klosterstraße 2.
Motorrad-Parken
Stellflächen im Klosterbezirk und entlang der Klosterstraße. Im Ort fährt die Schmalspurbahn Molli streckenweise auf der Straße — Schienen möglichst rechtwinklig queren, bei Nässe besonders.
Öffnungszeiten
April bis Oktober Mo–Sa 10–17 Uhr, So und Feiertag 11–17 Uhr; November bis März Mo–Fr 10:45–15 Uhr, Sa/So/Feiertag 10:45–16 Uhr. Geschlossen an Karfreitag und Heiligabend.

Aussichtsturm auf dem Ruhner Berg

Der 32 Meter hohe Massivturm von 2000/2001 steht auf der zweithöchsten Erhebung Mecklenburg-Vorpommerns. Von der Plattform reicht der Blick über das Waldland der Ruhner Berge zur Mecklenburgischen Seenplatte, in die Prignitz und bis zur Elbe.

Anfahrt
Über die B 321 nach Marnitz (Gemeinde Ruhner Berge), rund 15 Kilometer südsüdöstlich von Parchim; weiter Richtung Mentin oder Drefahl.
Motorrad-Parken
Bis zur Kuppe führt kein öffentlicher Fahrweg. Maschine in Marnitz, Mentin oder Drefahl abstellen, der letzte Teil ist Fußweg durch den Wald — die sandigen Waldwege sind für Straßenmaschinen nichts.
Öffnungszeiten
frei zugänglich
Höhe/Aussicht
Ruhner Berg 176,8 m ü. NHN, Turm 32 m; Rundblick bis zur Elbe

Müritz-Westufer bei Röbel

Foto-Stopp am größten vollständig in Deutschland liegenden See — bis zu 31 Meter tief und rund 18 Kilometer lang. Über dem Hafen steht die Altstadt mit zwei frühgotischen Backsteinkirchen: der Marienkirche aus der Mitte des 13. Jahrhunderts und der Nikolaikirche von etwa 1280.

Anfahrt
Über die B 198 zwischen Plau am See und Mirow beziehungsweise über die Anschlussstelle Röbel der A 19, dann auf der L 24 hinunter ans Ufer.
Motorrad-Parken
Stellflächen am Stadthafen und an der Uferpromenade. In der Altstadt teils enge Gassen und Kopfsteinpflaster — mit Gepäck lieber am Hafen bleiben und laufen.
Öffnungszeiten
frei zugänglich

Ivenacker Eichen mit Baumkronenpfad, Ivenack

Seit August 2016 Deutschlands erstes Nationales Naturmonument. Die Große Eiche bringt es auf 11,70 Meter Stammumfang bei rund 32 Metern Höhe und gilt als größte bekannte lebende Stieleiche der Welt. Der 620 Meter lange Baumkronenpfad endet an einem 40-Meter-Turm mit Aufzug.

Anfahrt
Über die B 194 nach Stavenhagen, von dort wenige Kilometer östlich nach Ivenack (17153 Ivenack).
Motorrad-Parken
Kostenfreie Parkflächen am Haupteingang; Motorräder auf den befestigten Bereichen abstellen, die Randstreifen sind teilweise Schotter.
Öffnungszeiten
Baumkronenpfad April bis Oktober täglich 10–17 Uhr, November bis März geschlossen. Tageskarte Tiergarten 7,00 €, mit Baumkronenpfad 12,00 €.
Höhe/Aussicht
Aussichtsturm 40 m mit Aufzug, Baumkronenpfad 620 m Länge auf Kronenhöhe

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