
Lost Places an der Ostseeküste – Geschichtsreise am Baltischen Meer
Die Geschichtsreise Aprilia Tuono V4 am Baltischen Meer beginnt an der Grenze zu Polen auf der Insel Usedom und endet am in der Hansestadt Lübeck.
Mecklenburg
Strecken-Achsen, Bikertreffs, Tankstellen und fertige Tagesrunden – alles zum Fahren.
Von der Redaktion gefahren und dokumentiert – mit Karte und GPX-Track zum Nachfahren.

Die Geschichtsreise Aprilia Tuono V4 am Baltischen Meer beginnt an der Grenze zu Polen auf der Insel Usedom und endet am in der Hansestadt Lübeck.

Diese ausgedehnte Tagestour im Nordosten Brandenburgs bietet vieles. Kultur, Geschichte, kleine Städte, Schlösser und viele schöne Strecken durch die Natur.

Zwischen Himmel und Erde … Pardon. Zwischen der Ostsee mit der kurvenreichen Insel Rügen und der mecklenburgischen Seenlandschaft mit der Müritz gibt es zahlreiche Sehenswürdigkeiten, die zu einer Tour zwischen den Wassern einladen.

Durch das Hinterland von Stralsund geht es auf dieser fast 200 Kilometer langen Tour durch die Mecklenburgische Schweiz.

An der Ostseeküste genossen wir Motorradtouren über Inseln und durch das Mecklenburgische Hinterland gleichermaßen – Tourentipp vom M&R Lesertreffen Ostsee 2018

Einmal rund um Rügen, so lautet das Motto dieser Tour, die sich spannender gestaltet, als man glaubt.

Die Seenplatte ist nicht nur Kulisse, sie ist ein arbeitendes Wasserstraßennetz – und das steht dem Motorradfahrer öfter im Weg, als die flache Landschaft vermuten lässt. Wo ein Kanal, ein Seedurchstich oder die kanalisierte Elde die Route kreuzt, führt die Straße entweder außen herum um den See, über eine bewegliche Brücke oder – im Ausnahmefall – auf eine kleine Fähre. Das kostet keine Höhenmeter, aber Zeit und Aufmerksamkeit, und wer es einplant, fährt entspannter.
Das Binnenland hängt an einer einzigen großen Ader: der Müritz-Elde-Wasserstraße, einer Bundeswasserstraße auf der kanalisierten Elde. Sie beginnt an der Elbe bei Dömitz und zieht über Grabow, Neustadt-Glewe, Parchim und Lübz nach Plau am See, von dort weiter über Malchow in die Müritz und ins Havelgebiet. Für die Straße heißt das: Bundes- und Landesstraßen queren das Wasser immer wieder an Schleusen und Brücken, statt ihm auszuweichen. Wer bewusst der Wasserstraße folgt – etwa auf den Nebenstrecken zwischen Lübz, Plau und Malchow –, fährt eine ruhige, verkehrsarme Linie mit regelmäßigem Wasserkontakt, muss aber mit den Querungsstellen leben.
Auf den großen Seen – Müritz, Kölpinsee, Fleesensee, Plauer See – verkehren Fahrgastschiffe und Ausflugsboote. Das sind in aller Regel Personenschiffe für die Rundfahrt, kein Ersatz für die Landstraße: Über die Müritz setzt kein Auto- oder Motorradverkehr über, hier geht es immer außen herum ums Ufer. Wo im Seengebiet tatsächlich eine kleine Fähre den kurzen Weg über einen Durchstich oder eine Engstelle anbietet, ist es ein Katzensprung von wenigen Minuten. Fahrpraktisch gilt dann dasselbe wie überall: langsam und gerade auf die Rampe rollen, Motor aus, ersten Gang einlegen oder auf den Seitenständer, und die oft glitschigen Metall- oder Holzbohlen der Auffahrt nicht in Schräglage nehmen. Wer eine Runde plant, sollte eine Seequerung per Fähre aber nicht als feste Abkürzung einrechnen – die verlässliche Verbindung ist die Brücke.
Die wirklich streckenrelevanten Wasserquerungen sind die beweglichen Brücken. Die Drehbrücke in Malchow schwenkt zur Seite, die Hubbrücke in Plau am See am Elde-Ausfluss hebt sich, dazu kommen Klapp- und Zugbrücken entlang der Wasserstraße. Sie öffnen zu festen Zeiten für den Schiffsverkehr, und dann steht der Straßenverkehr hinter der Schranke – ein paar Minuten Puffer einplanen und nicht versuchen, die schließende Schranke noch zu erwischen. Der eigentliche Fahr-Fallstrick liegt im Belag der Brücke selbst:
Neben Alleen und Kopfsteinpflaster hat der Osten einen dritten Belag hinterlassen, der auf keiner Karte steht: den Plattenweg. Viele ländliche Verbindungen, Gutszufahrten und Feldwege in Mecklenburg bestehen noch aus verlegten Betonplatten, manche als durchgehende Fahrbahn, manche als zweistreifige Betonspur mit einem Grünstreifen in der Mitte. Wer abseits der Bundesstraßen die kleinen Ortsverbindungen sucht, landet früher oder später auf so einer Strecke.

Für das Motorrad bringt der Plattenweg ein eigenes Fahrverhalten mit. Die Fugen zwischen den Platten laufen quer und geben ein rhythmisches Stoßen, das bei Tempo unangenehm wird und die Federung durcharbeitet. Abgesackte oder verschobene Platten erzeugen Kanten und einen versetzten Fahrbahnrand, an dem das Vorderrad zu wandern beginnt. In den Fugen und über der Mittelspur wächst Gras und Moos, das bei Feuchtigkeit so glatt ist wie nasses Pflaster – besonders im Schatten und am frühen Morgen. Wer eine reine Betonspur erwischt, muss zudem sauber auf einem der beiden Streifen bleiben, weil der Grünstreifen dazwischen keinen Grip bietet.
Das lässt sich alles fahren, verlangt aber die richtige Einstellung: Tempo raus, den Lenker locker führen und das Wandern des Vorderrads nicht mit Kraft bekämpfen, sondern laufen lassen. Auf den Fußrasten leicht mitstehen nimmt die Stöße aus dem Rücken. Und bei Nässe gehört jede bemooste Fuge in dieselbe Vorsicht wie das Kopfsteinpflaster im Dorf – nicht bremsen, nicht einlenken, sondern gerade und ruhig drüber.
Start in Waren (Müritz), am Westufer über die B192 und kleinere Alleen nach Röbel mit seiner Ringgassen-Altstadt und der besteigbaren Nicolai-Kirche, weiter nach Süden Richtung Mirow mit seiner Schlossinsel, dann über die Ostseite des Sees durch Federow und die Randzonen des Müritz-Nationalparks zurück nach Waren. Rund 120 bis 140 km, etwa ein halber bis ganzer Tag. Einkehr am Stadthafen Waren, an der Hafenpromenade in Röbel oder in einem Fischlokal am Ufer. Highlight: die Uferstraßen und Alleen am „Kleinen Meer" und der Blick auf die offene Wasserfläche der Müritz.
Von Teterow über die sanften Hügel und die B108 zum Landschaftspark Burg Schlitz bei Hohen Demzin, weiter Richtung Malchin und an den Kummerower See, dann über Dargun und kurvige Nebenstrecken durch den Naturpark zurück nach Teterow. Rund 100 bis 130 km, ein guter Tagesausflug. Einkehr in Teterow, an der Burg Schlitz oder in einem Seelokal am Kummerower See. Highlight: der klassizistische Park und die für mecklenburgische Verhältnisse leicht hügelige Streckenführung mit echten Kurven.
Ab Schwerin mit Schloss und Schweriner See über Landstraßen ostwärts Richtung Crivitz und Lübz, weiter an die Eldepromenade von Plau am See und von dort über Goldberg zurück in die Landeshauptstadt. Rund 140 bis 160 km, ein voller Tag. Einkehr in Plau am See an der Hubbrücke oder Eldepromenade, alternativ in Lübz. Highlight: der Auftakt am Märchenschloss und der Wechsel von Wald, See und Gutslandschaft bis nach Plau mit Burgturm und Hubbrücke.
Von Neustrelitz mit seiner sternförmigen barocken Stadtanlage nach Süden in die Feldberger Seenlandschaft mit ihren tiefen, klaren Seen, dann über ruhige Alleen nordwärts zur Höhenburg Stargard — dem ältesten weltlichen Bauwerk Mecklenburgs mit Aussichtsplattform — und zurück nach Neustrelitz. Rund 120 bis 150 km, ein Tagesausflug. Einkehr in Feldberg, im Burggasthof Stargard oder am Markt von Neustrelitz. Highlight: die fast verkehrsfreien Wald- und Alleenstrecken und der weite Blick von der Burg über das Stargarder Land.
Rund um den Plauer See, ab Plau am See über Goldberg und die Nossentiner/Schwinzer Heide mit ihren Kiefernwäldern und kleinen Seen, weiter über Karow und die Inselstadt Malchow und auf Alleen zurück ans Westende der Seenplatte. Rund 90 bis 120 km, ein halber bis ganzer Tag. Einkehr in Plau, Goldberg oder in der Inselstadt Malchow. Highlight: Burgturm und Hubbrücke in Plau zum Auftakt, die stillen Heidewälder unterwegs und der Drehbrückenort Malchow als Abstecher.
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